Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Muck
etabliert das Ingenieurbüro 1997

Tätigkeitsschwerpunkte:
Wahrnehmungsakustik
Fachreferent für wahrnehmende Akustik Der Wohnbiologe - Baubiologie und UmweltanalytikDipl.-Ing. (FH) M. Sc. A. Bellmann

zur Startseite

Glossar (bisher nur Termini für Schimmelpilze/ Feuchte)


Auf dieser Seite finden Sie eine Liste von fachspezifischen Ausdrücken rund um das Thema Schimmelpilze und deren Erklärung. Die Liste ist alphabetische geordnet.

A

  • Absolute Luftfeuchte =
    absolute Feuchtigkeit in Gramm pro Kubikmeter Luft [g/m³];

  • Abstrich =
    mit einem sterilen Wattetupfer genommene Probe;

  • Aflatoxine =
    in mehreren arbeitsmedizinischen Studien mit Krebserkrankungen der Arbeitnehmer in Verbindung gebracht werden (Hayes 1984, Bünger 2000, Ghio 1995, Quelle: Schimmelpilze in Innenräumen LGA BaWü);
    Toxizitätszunahme: von G2, B2, G1 zu B1;

  • Allergie =
    überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems mit teils entzündlichen Symptomen; LGA BaWü- Schimmelpilze in Innenräumen: 5% der Bevölkerung sind, durch heutige Nachweismethoden festgestellt, auf Schimmelpilze allergisch;

    Definition Wikipedia: ein Allergen (griechisch– das allergieerzeugende) ist eine Substanz, die über Vermittlung des Immunsystems Überempfindlichkeitsreaktionen auslöst. Ein Allergen ist ein Antigen, die von ihm verursachte Überempfindlichkeitsreaktion heißt allergische Reaktion.

  • Altschaden =
    abgetrockneter Schimmelpilzschaden welcher meist inaktiv ist, d.h. es zu keinem Biozuwachs kommt (stationärer Zustand);
  • Antigen =
    (engl. für Antibody generating) sind Stoffe, an die sich Antikörper und bestimmte Lymphozyten-Rezeptoren spezifisch binden können
    '(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Antigen)


  • Ascosporen =
    Sporen von (Ascomyceten);

  • Aspergillus =
    häufig vorkommende Schimmelpilzgattung, im Volksmund: "Gießkannenpilz";

  • aw-Wert =
    0 = kein Wasser verfügbar;
    1 = 100% Wasser verfügbar;
    ein aw-Wert von 0,8 wird unter Normklimabedingungen bei 12,6°C auf der Wand erreicht;

B

  • Baubiologische Richtwerte =
    Vorsorgewerte welche sich auf Schlafbereiche beziehen, da hier der Mensch regeneriert und besonder empfindlich auf Einflüsse reagiert (Langzeitrisiko);

  • Bauphysikalische Messverfahren =
    Thermografie, Klimadatenlangzeiterfassung, Rasterfeuchtemessung bzw. Mikrowellenmessung (bildgebendes Verfahren zum sichtbar machen von Feuchtezonen auf Oberflächen und in tieferen Schichten), Messung von Wandtemperaturoberflächen, Messung Raumtemperatur und relative Raumlfuftfeuchte;

  • Biologische Sammeleffizienz =
    Fähigkeit des Probennahmegerätes die Lebensfähigkeit der eingefangenen Pilzelemente zu erhalten;

  • Bohrkern =
    mögliche Fesstoffbeprobung bei einem Wasserschaden;

D

  • Deuteromyceten =
    fungi imperfecti (imperfekte Pilze) Vermehrung asexuell (sexuelle Vermehrung fehlt bzw. ist noch nicht entdeckt); die meisten Schimmelpilze sind imperfekte Pilze;

E

  • Etagenwechsel =
    in der Medizin der Ausdruck für das Übergreifen einer Erkrankung der oberen Atemwege (Nasen-Rachenraum) auf die unteren Atemwege (Bronchien, Lungenparenchym); aus einer Allergie kann so, bei weiteren sich Aussetzens des Allergens/ Antigens (z. B. Schimmelpilzsporen) es zu Asthma kommen;
    Ausweitung der Allergie von der "oberen Etage“ = Nase, zur „untere "Etage“ = Lunge;

F

  • Fadenpilz =
    Pilze welche beim Wachsen fäden (Hyphen) bilden;

  • Feststoffuntersuchung =
    Untersuchung von festem Material wie Putz, Tapete, Holz;

  • Filtration =
    Langzeitmessung der Raumluft bzw. Außenluft;;

  • Flugfähigkeit von Sporen =
    Einteilung in unterschiedliche Flugfähigkeiten 1-3 im Schimmelpilzleitfaden;

G

  • Gattung =
    Taxonomie zur Einteilung von zusammengehörenden Schimmelpilzarten;

  • Geruchsbelästigung =
    durch einen aktiven Schimmelpilzbefall parallel auftretende Gerüche infolge des Schimmelpilzstoffwechsels (MVOC); keine hinreichende Bedingung für einen versteckten Schimmelpilbefall (es muss nicht immer riechen, dies ist abhängig von: Infiltration (Dichtheit des befallenen Bauteils), in sich abgeschlossenen Flächen, Stoffwechselphase des Schimmelpilzes;

H

  • Hefe, Hefepilz =
    einzellige Pilze, welche normalerweise kein Myzel bilden, Vermehrung durch Sprossung nicht wie bei Schimmelpilzen durch Sporen (Sprosspilze);

  • Hyphen =
    fadenförmige Zellen der Pilze bzw. Aneinanderreihung von Zellen zu einer Hyphe;

I

  • Impaktor =
    Metallgehäuse zum Einfangen von Pilzelementen;

  • Impaktion =
    Kurzzeitmessung der Raumluft bzw. Außenluft;

  • Infektion =
    siehe Systemmykose;

K

  • Koloniebildende Einheiten (KBE) =
    auf dem Nährboden in Kolonien wachsende Pilzgebilde;

  • Konidien =
    Typ von Sporen;

  • Kontaktprobe =
    auf einen durchsichtigen Objekträger fixierte, mit Pilzelementen beladene, Klebefolie;

  • Kultivierbare Schimmelpilze =
    Schimmelpilze die viable (lebensfähig) sind und auf einem Nährböden unter Laborbedingungen für die Untersuchung gezüchtet werden;

L

  • LGA BaWü =
    Landesgesundheitsamt Baden Württemberg;

  • Luftprobe =
    Luft welche durch Impakton oder Filterung aktiv mittels einer Pumpe eingesammelt wird;

M

  • Melanin =
    (melanine = griechisch schwarz) sind braune oder schwarze Pigmente welche eine dementsprechende Färbung hervorrufen;

  • Mesophil =
    bevorzugtes Wachstum bei Raumtemperatur;

  • MVOC =
    microbial volatile organic vompounds (durch Mikroorganismen gebildete leichtflüchtige Kohlenwasserstoffverbindungen (Alkohole, Aldehyde, Ketone, Ester);

  • Mykotoxine =
    Schimmelpilzgifte;

  • Myzel =
    Ansammlung von Schimmelpilzfäden;

  • Minimierungsgebot =
    wegen der unterschiedlichen gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzelementen auf den Menschen sollten in Innenräumen die Exposition von Schimmelpilzen möglichst niedrig sein (Hintergrundwerte, Vergleich mit Außenluft);

N

  • Nährboden =
    Schale mit Nährextrakt zum heranzüchten von Schimmelpilzen;

  • Normklimabedinungen Raumluft/ Außenluft =
    20° C Raumlufttemperatur; 50% relative Luftfeuchte; Außentemperatur -5 °C;

  • Notwendige Bedingung für Schimmelpilzwachstum =
    in erster Linie Feuchtigkeit, ansonsten Nährstoffe, abhängig von den Arten: teilweise Sauerstoff, passende Temperatur, ph-Wert 2-10;

P

  • Penicillium = häufig vorkommende Schimmelpilzgattung in Innenräumen, "pinselförmiges" Aussehen (pencil);

R

  • Raumluftuntersuchung =
    Untersuchung der Raumluft auf mikrobiologische Bestandteile wie Sporen, Pilzfäden, Myzel;

  • Relative Luftfeuchte =
    von der Raumtemperatur abh. Feuchtigkeit;

S

  • Sammelstress =
    Schädigung der Mikroorganismen bei der Sammlung;

  • SBM =
    Standard baubiologischer Messtechnik; Übersicht über physikalische, chemische und biologische Risikofaktoren welche in Schlaf- und Wohnräumen, an Arbeitesplätzen und auf Grundstücken sachverständig untersucht, gemessen und ausgewertet werden;

  • Schimmel, Schimmelpilz =
    Fadenpilz;

  • Schimmelpilz gefährdete Personen =
    Personen mit einer erhöhten Allergieneigung (Atopiker, Typ I Allergie), häufig familiäre Disposition;

  • Schimmelpilzleitfaden LGA=
    Schimmelpilze in Innenräumen, Nachweis, Bewertung, Qualitätsmanagement;

  • Schwärzepilz =
    Schimmelpilz deren Sporen und/ oder Hyphen durch Melanineinlagerung in den Zellwänden braun bis schwarz gefärbt werden;

  • Sedimentationsmethode = passives Anfliegen von Schimmelpilzsporen auf geöffneten Nährdöden mit anschließender Sedimentation auf diesen (i.G.z. aktiver Methode mit Pumpe);

  • Sedlbauerliste =
    Liste mit in Wohnungen häufig vorkommenden Schimmelpilzen mit deren Einteilung in Gefährdungsklassen und Wachstumsvoraussetzungen (Quelle: Prof.Dr. Sedlbauer);

  • Sichbarer Befall =
    Befall an Oberflächen die mit dem bloßen Auge sichtbar sind;

  • Sporangiosporen =
    Sporen von Jochpilzen (Zygomyceten);

  • Sporen =
    Überbegriff der unterschiedlichen Sporen (Konidien, Sporangiosporen, Ascosporen);

  • Sporendurchmesser =
    die häufigsten Sporen 2-10 µm (millionstel Meter);

  • Sp. =
    Spezies;

  • Spp. =
    mehrere Spezien;

  • Staubprobe =
    Langzeitprobe (nur orientierender Charakter);

  • Sporulation =
    Bildung von Sporen, Vermehrung von Schimmelpilzen;
    (Schimmelpilzleitfaden);

  • Systemmykose =
    (invasive Mykose), Erreger befällt Organe, nutzt den Menschen als Wirt für weiteres Wachstum im Körper; Diese massive Erkrankung tritt normalerweise ausschließlich bei Menschen mit einem sehr geschwächten Immunsystem, wie z. B. Patienten nach einer Operation, Transplantation, Chemotherapie oder Patienten mit Immunschwächekrankheiten auf;

T

  • Taxonomie =
    Klassifikation (hier der Schimmelpilze;

  • Thermophil =
    (wärme liebend) hohe Temperaturen bevorzugende Mikrooragnismen;

  • Thermotolerant =
    Schimmelpilze die höhere Temperaturen bevorzugen; Wachstum auch bei Körpertemperatur möglich;

  • Toxische Wirkung =
    Schimmelpilze können ebenso wie Zerfallsprodukte aus ihrer Zellwand (Glukane) auf Haut und Schleimhäute durch Freisetzung von Entzündungsmediatoren aus Epithel-zellen und Makrophagen toxische Wirkung haben. (Douwes et alii 1997). Darüber hinaus bilden Schimmelpilze gasförmige Substanzen (MVOC = Microbial Volatile Organic Compounds) und evtl. auch Mykotoxine, die im Verdacht stehen, zu den toxischen Wirkungen beizutragen.
    (Quelle: Schimmelpilze in Innenräumen LGA BaWü);

  • Typ I Allergie =
    Die Typ I-Allergie wird durch IgE-Antikörper vermittelt. Beim Kontakt des Körpers mit dem Schimmelpilz-Allergen kann es zu einer Bildung von spezifischen IgE-Antikör-pern kommen (Sensibilisierung). Die spezifischen Antikörper werden an die Oberflä-che von Mastzellen gebunden und bei erneutem Einwirken des Antigens führt die Bindung des Antigens an den Antikörper zu einer Histamin-Freisetzung aus Mast-zellen (allergische Reaktion). Wenn die Antigen-Antikörper-Reaktion ein erhebliches quantitatives Ausmass erreicht, führt sie zu klinischen Beschwerden (Quelle: Schimmelpilze in Innenräumen LGA BaWü);

  • Typ III Allergie =
    durch IgG-Antikörper vermittelt. Typ IV - Allergien werden durch Sensibilisierung von T-Lymphocyten und späterer Reaktion dieser sensibilisierten T - Lymphocyten mit zellulär präsentierten Antigenen durch sogenannte APC (antigen presenting cells) verursacht. Klinisches Korrelat ist die exogen - allergische Alveolitis, bei der meist beide Formen der Allergie gleichzeitig vorliegen. Voraussetzung für die Erkrankung ist offensichtlich ebenfalls eine Disposition. Da schon in der Arbeitswelt bei sehr hoher inhalativer Belastung diese Erkrankung nur selten vorkommt (0,02 bis 8,5%) (Herr et alii 1999), dürfte das Vorkommen durch Innenraumbelastungen eine Rarität sein. Denkbar wäre eine Alveolitis im Innenraum durch kontaminiertes Befeuchterwasser (Befeuchterlunge) (Quelle: Schimmelpilze in Innenräumen LGA BaWü);

  • Typ IV Allergie =
    s.Typ III Allergie;

U

  • Unsichtbarer Befall =
    Befall hinter der Tapete, hinter Innendämmungen, in der Estrichdämmebene nach Wasserschäden, in Konstruktion wie Schächten und Wänden Dachern (Leichtbaukonstruktionen) durch Feuchteschäden von innen oder von außen;

V

  • VDI 4300 Blatt 10 =
    Messen von Innenraumluftverunreinigungen, Messstrategien zum Nachweis von Schimmelpilzen im Innenraum;

  • Vermutung Schimmelbefall =
    muffig, modrig, erdiger Geruch, Feuchteflecken, Feuchtelinien, Feuchteränder, hohe relative Luftfeuchte, bauphysikalisch problematische Konstruktionen, falsch sanierte Feuchteschäden (nur trocknen ohne Desinfektion und/ oder Schutzmaßnahmen), nicht sanierte Feuchteschäden, lange Zeiten bis zur Sanierung von Feuchteschäden, ungeklärte Ursache für Allergien und Atemwegserkrankungen;

W

  • Wasseraktivität (aw-Wert) =
    Wasser auf einer Materialoberfläche;

  • Wachstumsvoraussetzungen =
    freies Wasser aw > 0,7 bzw. bei den meisten > 0,8;
    Temperatur zwischen -10°C und 100°C, Optimum zwischen 5°C und 35°C abh. von Pilz;
    Nahrung (organisches Material);
    Zeit (ab ca. 5 Tagen);
    pH-Wert zwischen 2 und 11, Optimum zwischen 5 und 7;
    Sauerstoff 0,14 % bis 0,25 % (Außenluft bzw. unverbrauchte Raumluft ca. 21%);

X

  • xerophil =
    trockenheitsliebend; Pilze die auch bei einer Oberflächenfeuchte (aw-Wert) kleiner 0,8 wachsen können (ab ca. aw-Wert 0,7);


zurück