Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Muck
etabliert das Ingenieurbüro 1997

Tätigkeitsschwerpunkte:
Wahrnehmungsakustik
Fachreferent für wahrnehmende Akustik Der Wohnbiologe - Baubiologie und UmweltanalytikDipl.-Ing. (FH) M. Sc. A. Bellmann

Umweltanalytik & Gesundheit » Richtwerte & Grenzwerte

Baubiologische Richtwerte für Schlafbereiche


AGÖF; Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK); Seifert Molhave

Der SBM (Standard der baubiologischen Meßweßtechnik) ist die "Richtschnur" nach dem wir Schlafplätze beurteilen. Die Richtwerte des SBM sind in vielen Jahren Erfahrung entstanden. Die baubiologischen Richtwerte sind Vorsorgewerte. D.h. es wird das Langzeitrisiko und die empfindliche Regenerationszeit des Menschen bei der Bewertung mit berücksichtigt.

 

Es werden folgende Einfluß-Faktoren am Schlafplatz berücksichtigt:


A  FELDER, WELLEN, STRAHLUNG


1. ELEKTRISCHE WECHSELFELDER
(Niederfrequenz)

Bewertung

unauffällig schwache auffällig stark auffällig extrem auffällig

Feldstärke in Volt pro Meter (V/m):

< 1
1 - 5
5 - 50
> 50
Körperspannung in Millivolt (mV):
< 10
10 - 100
100 - 1000
> 1000
Feldstärke potentialfrei in Volt pro Meter(V/m):
<0,3
0,3-1,5
1,5-10
> 10

DIN/VDE 0848: Arbeit 20.000 V/m, Bevölkerung 7000 V/m; WHO/IRPA: 5000 V/m; MPR: 25 V/m, TCO: 10 V/m BImSchV: 5000 V/m; Empfehlung US-Kongress 1996: 10 V/m; Nervenreizung (RWE): ab 15 mV; Natur: < 0,0001 V/m

2. MAGNETISCHE WECHSELFELDER  (Niederfrequenz)

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Flussdichte in Nanotesla nT:

<20
20 - 100
100 - 500
> 500

DIN/VDE 0848: Arbeit 5 Millionen nT, Bevölkerung 400.000 nT; WHO/IRPA: 100.000 nT; MPR: 250 nT, TCO: 200 nT BImSchV: 100.000 nT; Empfehlung US-Kongress 1996: 200 nT; DIN/VDE 0107 (EEG): 200 nT; Natur: < 0,0002 nT
Schweiz: 1000 nT (Langzeitaufenthalt); WHO/IARC (2001): 300-400 nT sind potenziell krebserregend für Menschen

3. ELEKTROMAGNETISCHE WELLEN  (Hochfrequenz)

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Strahlungsstärke in Mikrowatt pro Quadratmeter gepulst µW/m²:

< 0,1
0,1 - 10
10 - 1000
> 1000

DIN/VDE 0848: Arbeit 25-100 Millionen µW/m², Bevölkerung, BImSchV, WHO/IRPA: 2-10 Millionen µW/m² (je nach Frequenz); Mobilfunk gepulst: Salzburger Resolution, Ärztekammer, EEG-Effekt: 1000 µW/m²; EU-Parlament STOA: 100 µW/m²; Land Salzburg: draußen 10, drinnen 1 µW/m²; Handyfunktion: < 0,001 µW/m²; Natur: < 0,000.001 µW/m²

4. ELEKTRISCHE GLEICHFELDER  (Elektrostatik)

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Oberflächenspannung in Volt (V):

< 100
100 - 500
500 - 2000
> 2000
Entladezeit in Sekunden (s):
< 10
10 - 30
30 - 60
>60

MPR und TCO: 500 V; Elektronikschäden: ab 100 V; schmerzhafte Schläge und Funkenüberschlag: ab 2000-3000 V

5. MAGNETISCHE GLEICHFELDER  (Magnetostatik)

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Flussdichteabweichung in Mikrotesla µT:

< 1
1 - 5
5 - 10
>20

Flussdichteschwankung in Mikrotesla µT:

< 1
1 - 2
2 - 10
> 10
Kompassabweichung in Grad °:
< 2
2 - 10
10 - 100
> 100

DIN/VDE 0848: Arbeitsplatz 67.900 µT, Bevölkerung 21.200 µT; USA/Österreich: 5000-200.000 µT; Kernspin ~ 2 T Natur (Erdmagnetfeld): Mitteleuropa 40-50 µT ± 0,01-1 µT; Magnetfeld Auge 0,0001 nT, Hirn 0,001 nT, Herz 0,05 nT

6. RADIOAKTIVITÄT  (Gammastrahlung, Radon)

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Dosisleistungserhöhung
in Prozent (%):

< 50
50 - 70
70 - 100
> 100

Bezogen auf die lokale Umgebung: BRD im Schnitt 0,85 mSv/a (100 nSv/h); BGA: Bevölkerung 1,67 mSv/a; Strahlenschutz verordnung: Bevölkerung 1 mSv/a zusätzliche Belastung, Arbeitsplatz 20 mSv/a. Bei starker Abweichung von der mittleren Umgebungsstrahlung muss der Rahmen der prozentualen Dosiserhöhung enger gesteckt werden.

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Radon in Bequerel pro Kubikmeter (Bq/m³):

<30
30 - 60
60 - 200
> 200

Strahlenschutzkommission SSK: 250 Bq/m³, Empfehlung Schweden: 200 Bq/m³, EPA-Empfehlung USA: 150 Bq/m³


7. GEOLOGISCHE STÖRUNGEN  (Erdmagnetfeld, Erdstrahlung)

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Störung Erdmagnetfeld
in Nanotesla nT:

< 100
100 - 200
200 - 1000
> 1000
Störung Erdstrahlung in Prozent %:
< 10
10 - 20
20 - 50
> 50

Natürliche Erdmagnetfeldschwankungen: zeitlich 10-100 nT, örtlich (Magnetstürme, Sonneneruptionen) 100-1000 nT


B WOHNGIFTE, SCHADSTOFFE, RAUMKLIMA

 

1. FORMALDEHYD  und andere giftige Gase

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Formaldehyd in Mikrogramm pro Kubikmeter ( µg/m³):

<20
20 - 50
50 - 100
>100

MAK-Grenzwert: 0,5 ppm; BGA-Empfehlung: 0,1 ppm; WHO: 0,05 ppm; Katalyse: 0,04 ppm; VDI 1992: 0,02 ppm Natur: 0,002 ppm; Schleimhaut- und Augenreizung: 0,05 ppm; Riechschwelle: 0,05 ppm; Lebensgefahr: ab 30 ppm

2. LÖSEMITTEL  und andere flüchtige Schadstoffe

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

VOC
in Mikrogramm pro Kubikmeter µg/m³:

< 100
100 - 300
300 - 1000
> 1000

Molhave (1986): 200 µg/m³;
Seifert (BGA 1990): 300 µg/m³;
Gesellschaft für Umweltchemie GfU (1998): 200 µg/m³;

3.  BIOZIDE  und andere schwerflüchtige Schadstoffe

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Pestizide wie (PCP, Lindan, Permithrin, Dichlofluanid, Chlorpyrifos..,) in der Luft ng/m³:

< 5
5 - 25
25 - 100
> 100

Pestizide wie (PCP, Lindan, Permithrin, Dichlofluanid, Chlorpyrifos..,) im Holz, Material mg/kg:

<1
1 - 10
10 - 100
> 100

Pestizide wie (PCP, Lindan, Permithrin, Dichlofluanid, Chlorpyrifos..,) im Staub mg/kg:

< 0,5
0,5 - 2
2 - 10
> 10

Pestizide wie (PCP, Lindan, Permithrin, Dichlofluanid, Chlorpyrifos..,) Material mit Hautkontakt mg/kg:

< 0,5
0,5 - 2
2 - 10
> 10
PCB
Staub mg/kg:
< 0,5
0,5 - 2
2 - 5
>5

Flammschutzmittel chloriert
Staub mg/kg:

< 0,5
0,5 - 2
2 - 10
>10

Flammschutzmittel halogenfrei
Staub mg/kg:

<5
5-50
50-200
>200
PAK Staub mg/kg:
< 0,5
0,5 - 2
2 - 20
>20
Weichmacher Staub mg/kg:
< 100
100 - 250
250 - 1000
> 1000

Summenwerte in Nanogramm pro Kubikmeter (Luft) bzw. Milligramm pro Kilogramm (Material)
Werte nur für chlorierte Flammschutzmittel; Werte nur für an Staub adsorbierte Weichmacher (Gesamtgehalt: x 3) PCB nach LAGA; PAK nach EPA; PCP-Verbot: 5 mg/kg, BGA: 1000 ng/m³, ARGE-Bau: 100 ng/m³, 1 mg/kg (Staub)


6.  RAUMKLIMA  (Temperatur, Feuchte, Kohlendioxid, Luftionen, Gerüche...)

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Relative Luftfeuchte r.F.
in Prozent %:

40 - 60
< 40 / > 60
< 30 / > 70
< 20 / > 80
Kohlendioxid
in parts per million ppm:
< 600
600 - 1000
1000 - 1500
> 1500

MAK-Grenzwert: 5000 ppm; USA-Grenzwert Arbeitsplatz: 1000 ppm; Natur: Land ~ 360 ppm, Stadt ~ 400-500 ppm

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Kleinionen
pro Kubikzentimeter Luft /cm³:

> 500
200 - 500
100 - 200
< 100

Natur: Meer > 3000/cm³, Reinluftgebiet 2000/cm³, Stadt < 1000/cm³, Raum mit Synthetik < 100/cm³, Smog < 50/cm³

Bewertung

keine Anomalie schwache Anomalie starke Anomalie extreme Anomalie

Luftelektrizität
in Volt pro Meter V/m:

< 100
100 - 500
500 - 2000
> 2000

DIN/VDE 0848: Arbeit 40.000 V/m, Bevölkerung 10.000 V/m; Natur: ~ 50-200 V/m; Föhn/Gewitter: ~ 1000-10.000 V/m
 


PILZE, BAKTERIEN, ALLERGENE

1. SCHIMMELPILZE  und deren Sporen sowie Stoffwechselprodukte

Die Schimmelpilzzahlen in der Raumluft sollten deutlich unter den im Freien bzw. im Bereich von unbelasteten Vergleichsräumen liegen. Die Schimmelpilzarten in der Raumluft sollten sich nicht wesentlich von den im Freien unterscheiden.

Speziell krankmachende Keime, z.B. Schimmelpilze wie Aspergillus oder Stachybotrys, Hefepilze wie Candida oder Cryptococcus und coliforme Bakterien, sollten in Räumen nicht oder nur minimal nachweisbar sein.

Jedem Verdacht auf mikrobiellen Befall (Gebäudeanamnese, Bauschäden, Feuchte, Gerüche, Gesundheitssymptome, feuchteindizierende Pilze oder Bakterien...) sollte darüber hinaus nachgegangen werden.

Ergänzend zu diesen maßgeblichen Bewertungskriterien können je nach klimatischen, geographischen und raum-hygienischen Gegebenheiten folgende Orientierungswerte herangezogen werden, und zwar bei Einsatz von YM-
Baubiologie-Agar und Bebrütung bei 20-24 °C sowie relativ niedrigen Außenluftkonzentrationen unter 500-1000/m³.

WHO: Pathogene und toxigene Pilze sind in der Innenraumluft nicht zu akzeptieren, ab 50/m³ einer Pilzart ist nach Quellen zu suchen; bis 500/m³ sind bei einer Mischung umwelttypischer Pilzarten (z.B. Cladosporium) zu vertreten.
 
Keine Auffällgkeit entspricht natürlichen Umweltmaßstäben oder dem häufig anzutreffenden und nahezu unausweichlichen Mindestmaß zivilisatorischer Einflüsse.

SchwacheAuffällgkeitheißt: Im Sinne einer Vorsorge und mit Rücksicht auf besonders empfindliche oder kranke Menschen sollten langfristig Sanierungen durchgeführt werden, wann immer es geht.

Starke Auffällgkeit sind aus baubiologischer Sicht nicht mehr zu akzeptieren. Es besteht Handlungsbedarf, Sanierungen sollten zügig durchgeführt werden.

ExtremeAuffällgkeitbedürfen konsequenter und kurzfristiger Sanierung. Hier werden teilweise schon internationale Richtwerte und Empfehlungen für Arbeitsplätze erreicht oder überschritten.

Prinzipiell gilt: Jede machbare Risiko-Reduzierung ist anzustreben. Maßstab ist die Natur.

Der Wohnbiologe in Würzburg und Franken richtet sich am SBM aus. Dabei lassen wir weitere Richt-bzw. Grenzwerte nicht außer dem Auge. Der Wohnbiologe- wir tun was für Ihre Gesundheit.

In Würzburg erreichen Sie uns: Tel.: 0931/ 20 78 255
In Zellingen erreichen Sie uns: Tel.: 09364/ 53 34

© IBN Holzham, BAUBIOLOGIE MAES

 

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